Markus stellt sich vor
Mein Laufanfang:
Ich laufe mittlerweile seit einigen Jahren, genauer: seit Januar 2003. Mit einem Gewicht von über 120 Kg habe ich mich zu einem „Herz- und Kreislauftraining“ von meinem Arbeitgeber angemeldet und bin mit dem festen Vorsatz, etwas für mich zu tun, nach Oberbayern gefahren.
Diese Kur dauerte vier Wochen. Jeder Tag begann mit einem Waldlauf vor dem Frühstück. 70 zumeist übergewichtige Männer liefen schnaufend durch den Wald, in drei Tempogruppen. Ich war in der langsamsten. Der erste Lauf dauerte 20 Minuten mit drei Pausen, in denen unser Trainer die schöne Landschaft vorstellte. Ich konnte von der Landschaft nichts erkennen, da ich nur Sternchen sah. Nach vier Wochen war es dann aber soweit. Es ging zwar immer noch sehr sehr langsam, aber es ging. Ich lief 10 Km in 70 Minuten. Was für eine Leistung!
Natürlich wurde uns auch viel über Ernährung, Bewegung und wie man am besten läuft mitgeteilt. So blieb ich dabei. Ich lief 3 Mal die Woche vor unserem Haus in Staaken durch den Wald, immer so eine gute halbe Stunde – nie mehr. Das ging so ein Jahr lang. Ich wurde zwar nicht schneller, aber leichter. Ich wog nur noch so um die 110 Kg. Eine Arbeitskollegin überredete mich zu meinem ersten Wettkampf – dem Spandauer Winterwaldlauf des VFV Spandau im Januar 2004. Die Ergebnisliste gibt es noch im Internet. Ich lief die 8 Km in 55 Minuten und war letzter in meiner Altersklasse.
wie es weiterging (2004-2006):
Ich trainierte danach mehr. Ich wollte einfach schneller werden, und so begann ich, meine Trainingstrecke von meiner Hausstrecke in den Spandauer Forst zu verlegen. Ich lief immer noch dreimal die Woche, aber nun länger. Es wurden nun bereits 25 Km die Woche. Manchmal lief ich auch länger, immer ein Stück mehr. Im September 2004 lief ich im Spandauer Forst für mich alleine meinen ersten Halbmarathon in ca. 2,5 Stunden.
Ich hielt mich nun für einen guten Läufer und wollte den Berliner Halbmarathon im April 2005 mitlaufen. Das ständige alleine Laufen nervte mich und so suchte ich mir im Internet einen Lauftreff. Im November 2004 stand ich zum ersten Mal auf dem Parkplatz in der Humboldtallee in Falkensee. Es war stockdunkel und wir rannten auf Bürgersteigen durch Falkensee. Susi, Martin, Matthias, Björn und Detlef waren da und die liefen wie die Verrückten und erzählten dabei von irgendwelchen Marathons oder anderen Wettkämpfen. Ich konnte nicht mithalten. Martin erbarmte sich meiner und so liefen wir zu zweit die 9 Km durch Falkensee. Im Dezember lud mich Elke zu einem Wettkampf nach Potsdam ein. Dort lief ich meinen ersten 10 Km –Wettkampf - in 55 Minuten. Im Winter trainierte ich sehr viel. Oft 40-50 Km die Woche. Ich hatte das Ziel, im Frühjahr den Berliner Halbmarathon zu schaffen.
Beim „Lauf der Sympathie“ von Falkensee nach Spandau im März 2005 lief ich die 10 km in 52 Minuten. Dann kam der Halbmarathon in Berlin Anfang April 2005, den ich in 1:59 lief. Danach war es um mich geschehen und im September lief ich meinen ersten Marathon, den Berlin-Marathon 2005, in 4:09 Stunden. Mein Gewicht lag bei weniger als 100 Kg. In 2006 waren erneut der Berliner HM (1:45), der Hamburg-Marathon (4:08) und der Rennsteiglauf-HM (1:55) die größten Herausforderungen. Am 26.9.06 lief ich den Berlin-Marathon zum zweiten Mal und erreichte das Ziel unter 4 Stunden (3:58:14). Mein Gewicht hierbei: 95 kg.
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Datum |
Distanz km |
Wettbewerb |
Zeit hh:mm:ss |
min pro Km |
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18.01.2004 |
8,2 |
Winterwaldlauf VfV Spandau |
0:55:09 |
06:44 |
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11.12.2004 |
10,0 |
Potsdamer Adventslauf |
0:55:11 |
05:31 |
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16.01.2004 |
8,2 |
Winterwaldlauf VfV Spandau |
0:42:35 |
05:12 |
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20.03.2005 |
10,0 |
Lauf der Sympathie |
0:51:42 |
05:10 |
|
03.04.2005 |
21,1 |
Bewag Berlin Halbmarathon |
1:59:26 |
05:40 |
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24.04.2005 |
14,1 |
RBB-Lauf Drittelmarathon |
1:13:52 |
05:15 |
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08.05.2005 |
25,0 |
Run Berlin |
2:19:49 |
05:36 |
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06.08.2005 |
10,0 |
Citynacht |
0:49:02 |
04:54 |
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21.08.2005 |
21,1 |
Generalprobe |
1:48:44 |
05:09 |
|
25.09.2005 |
42,2 |
Berlin-Marathon |
4:08:26 |
05:53 |
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20.11.2005 |
10,0 |
Marathonstaffel |
0:48:55 |
04:54 |
|
19.03.2006 |
10,0 |
Lauf der Sympathie |
0:46:54 |
04:41 |
|
02.04.2006 |
21,1 |
Vattenfall Berlin Halbmarathon |
1:45:59 |
05:01 |
|
23.04.2006 |
42,2 |
Hamburg Marathon |
4:08:09 |
05:53 |
|
20.05.2006 |
21,1 |
Rennsteiglauf |
1:54:31 |
05:26 |
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16.07.2006 |
13,7 |
Havellauf |
01:06:52 |
04:53 |
|
20.08.2006 |
21,1 |
Generalprobe |
01:39:40 |
04:43 |
|
24.09.2006 |
42,2 |
Berlin-Marathon |
03:58:14 |
05:39 |
|
04.11.2006 |
10,0 |
Hohen Neuendorfer Herbstlauf |
00:45:02 |
04:30 |
|
19.11.2006 |
12,0 |
Marathonstaffel |
00:54:21 |
04:32 |
Warum ich laufe:
Viele, viele schöne Läufe liegen nun hinter mir. Ich kann nicht sagen, welche die schönsten waren – die in der herrlichen Natur am frühen Morgen, die begeisternden Stadtmarathonläufe in Berlin oder Hamburg oder die ganz schnellen Läufe mit Bestzeiten. Alles hatte oder hat seinen Reiz. Das schöne am Laufsport ist die Abwechslung. Kein Lauf ist wie ein anderer und ich freue mich jeden Tag wieder auf den nächsten Lauf. Ich kann mich problemlos 2 Stunden lang übers Laufen unterhalten oder 3 oder mehr Stunden laufen – unfassbar für jemanden, der nicht läuft. Ich genieße den Wechsel der Jahreszeiten, den man als Naturläufer intensiv erlebt.
Es sind die vielen kleinen und großen Gefühle, die mich fürs Laufen begeistern. Das Glück, das erste Mal 30 Minuten ohne Gehpause zu laufen. Das ist wirklich großartig, für einen Anfänger ein wahrer Grund stolz zu sein. Oder auch das Gänsehaut-Gefühl, wenn man am Start steht. Ich hätte nie gedacht, dass ich mit über 40 Jahren noch so nervös sein kann wie vor einem Wettkampf, wie ein kleines Kind zu Weihnachten. Tränen in den Augen beim Zieleinlauf – es ist so viel dran am Laufen, ich könnte ein Buch darüber schreiben.
meine Prioritäten:
Ich bin Freizeitläufer, dass heißt, ich muss zum Glück mit dem Laufen nicht meinen Lebensunterhalt verdienen, sondern das Laufen ist mein Hobby. Natürlich gibt es Wichtigeres im Leben: meine Familie – Sabine, meine Frau, und meine 4 Kinder - und meinen Glauben an Gott. Ich erlebe das Laufen, wie meine Ehe, als ein Geschenk Gottes. Eine Wegweisung zu einem Leben, das sich doch völlig geändert hat. Vor zwei Jahren habe ich ein neues und klares Ja zu Gott gefunden – das liegt mitten in meiner Entwicklung zum Freizeitläufer. Ich habe über die Prioritäten in meinem Leben nachgedacht und vieles ist mir erst neu bewusst geworden. Ein Leben mit Ausdauer ist für einen Christen sehr wichtig. Oft begleitet mich Sabine mit dem Fahrrad – hoffentlich läuft sie bald mit – und das ist für uns absolute Qualitätszeit. Und so ist aus dem Zeitproblem für die Ehe eine neue Perspektive, miteinander Zeit zu haben, geworden. Das Laufen verändert den Alltag und da brauchen Läufer halt duldsame Partner. Ich bin sehr dankbar, dass das bei mir der Fall ist.
Laufen ist für mich Spaß und Entspannung, es tut einfach gut sich auszupowern und es ist faszinierend zu sehen, wie der eigene Körper leistungsfähiger wird oder auch mal kapituliert. Das habe ich alles schon erfahren. Von Verletzungen bin ich bis heute verschont geblieben, und auch das ist ein Geschenk, das Gott mir gemacht hat, und es ist für mich nicht selbstverständlich. Natürlich will man sich als Läufer auch verbessern und schneller werden, aber ich bin nicht übertrieben ehrgeizig und kann gut damit leben, dass es immer noch viele Läufer gibt, die vor mir das Ziel erreichen. Aber es sind nicht mehr so viele wie noch vor zwei Jahren. Ein klein wenig laufverrückt zu sein ist schon in Ordnung, aber es darf nicht zur negativen Sucht werden, so dass sich alles nur noch um das Laufen dreht.
Also, was wartet ihr noch? Los geht es: Laufschuhe an und raus! Sofort!
Markus (läuft noch....)